Fakes, die Geld wollen

Sollte ein Fake um Geld bitten, handelt es sich mit großer Sicherheit um einen Romance Scammer. Dahinter stecken Kriminelle, die rein materielle Interessen verfolgen. Weil hier die Täter-Motivation eine ganz andere ist als bei Realfakes, befasst sich realfakes.net eigentlich nicht mit Scamming. Da mich aber häufig Scammer-Opfer anschreiben, denen gar nicht bewusst ist, dass es sich bei ihrer Internet-Liebe nicht um einen normalen Fake, sondern um einen Kriminellen handelt, besteht anscheinend einiger Informationsbedarf. 

Darum habe ich die wichtigsten Informationen über Scammer hier zusammengefasst – und es gibt nun eine eigene Selbsthilfegruppe für Scammer-Opfer! Mehr Infos darüber auf der Seite.

Es gibt endlich eine Selbsthilfegruppe

Realfakes.net hat jetzt eine offizielle
SELBSTHILFEGRUPPE FÜR BETROFFENE!
Diese geheime Facebook-Gruppe ist ausschließlich für Betroffene oder Familienangehörige/Freunde von Betroffenen gedacht. Sie umfasst momentan 44 Mitglieder, die sich dort austauschen und gegenseitig unterstützen.
Viele mögen sich fragen, warum diese Gruppe sich ausgerechnet bei Facebook befindet – der Plattform, bei der Fakes kaum Konsequenzen zu befürchten haben.
Die ganz pragmatische Antwort: Es war der schnellste und unkomplizierteste Weg, denn sehr viele Betroffene  lernten ihre Fakes dort kennen, verfügen also schon über einen Account.
Da die bestmögliche Fake-Freiheit allen Gruppenmitgliedern natürlich sehr wichtig ist, habe ich mich für einen unkonventionellen Schritt entschieden:
Jede Person, die aufgenommen werden möchte, muss sich mit seinem Ausweis verifizieren. Das Ganze erfolgt im Rahmen eines kurzen Facebook-Chats, ist selbstverständlich absolut diskret und dauert nur wenige Minuten.
Wer beitreten möchte, loggt sich bitte bei Facebook an und schreibt mir dort eine PN:
WICHTIG: Sollten bei Facebook andere Gruppen mit „Realfakes“ im Titel auftauchen, dann haben sie NICHTS mit www.realfakes.net zu tun! Die offizielle Seite ist geheim, kann also von Außenstehenden nicht gefunden oder gesehen werden.

Fotos: Genaues Hinschauen lohnt

Wenn die ersten Zweifel daran aufkommen, dass die Person, mit der man im Internet Kontakt hat, wirklich echt ist, sollte man die Bildersuche nutzen. Oft erzielt die aber leider keine Ergebnisse. Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Fotos.

Liegen Zeitschriften herum? Kann man Flaschenetiketten, Getränkedosen oder Verpackungen von Lebensmitteln erkennen? Sieht man Steckdosen, Fenstergriffe oder Lichtschalter? Sind im Hintergrund Autokennzeichen oder Straßenschilder mit abgebildet?

Oftmals findet man anhand solcher Details zumindest heraus, dass die Person auf den Fotos sich nicht in dem Land aufhält, in dem das Gegenüber vorgibt zu sein, weil auf den Bildern ausländische Etiketten, Straßennamen oder Steckdosen zu sehen sind.

Ihr findet hier eine kleine Auswahl amerikanischer Lichtschalter, Steckdosen und ein Schiebefenster.

So sehen Lichtschalter und Steckdosen in Dänemark aus:

Über Zusendungen weiterer Beispiele aus dem Ausland würde ich mich freuen.

WICHTIG: Geldzahlungen an Personen aus dem Internet

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Artikel ist wirklich wichtig und ich bitte Euch inständig, ihn Euch zu Herzen zu nehmen!

In den letzten Wochen erhielt ich vermehrt Mails von Betroffenen, die eine Internetbeziehung führen, in dessen Verlauf sie Geld an ihr Gegenüber gezahlt haben. Treffen oder Videochats fanden nicht statt.

Es handelt sich bei diesen Tätern um sogenannte Scammer / Romance-Scammer. Das sind Fakes mit kriminellem Hintergrund, die rein finanzielle Interessen verfolgen. Meist stecken keine Privatmenschen dahinter, sondern kriminelle Netzwerke.

Manche Scammer lassen sich sehr viel Zeit, um das volle Vertrauen ihres Opfers zu erlangen, andere beteuern schon in der ersten Mail, sie strebten eine ernsthafte, lebenslängliche Partnerschaft an.
Die vermeintlichen Lebensgeschichten, die sie ihrem Opfer auftischen, sind gelogen und immer die Gleichen, nachzulesen auf dieser Scammer-Checkliste.
Die Fotos, die sie für ihre Accounts verwenden, stehlen sie aus dem Internet.

Scammer können ganze Existenzen zerstören, denn das Opfer muss am Ende nicht nur eine enttäuschte Liebe verkraften, dazu kommt noch der materielle Schaden, der extrem hoch sein kann. Zusätzlich macht das Opfer sich durch „Freundschaftsdienste“ wie z.B. das Annehmen und Weitersenden von Paketen oft unbewusst selbst strafbar.

Solltet Ihr selbst zum Opfer geworden sein, lest bitte diesen Link der Polizei Scamming – jeder kann Opfer werden und ladet Euch das kostenlose E-Book der Privatdetektei A-Plus herunter.
Im Internet existieren zahlreiche Seiten über Scammer, die Ihr googeln könnt.

Ich rate dringend: Sendet ausnahmslos NIE Geld an Menschen, die Ihr noch nie getroffen habt! Das Gleiche gilt für Nacktfotos oder Informationen, mit denen Ihr Euch erpressbar macht. Und selbst, wenn ein Treffen oder Videochat stattgefunden haben sollte, seid vorsichtig und überlegt es Euch lieber zweimal, ob Ihr so wohlhabend seid, dass Ihr das Geld verschenken möchtet – denn Ihr werdet es nicht zurück bekommen. Neuerdings werden sogar Darsteller engagiert, die sich als „Echtheitsbeweis“ mit dem Opfer treffen oder mit ihm videochatten.

Die falsche Sicherheit – Fakes auf TINDER und LOVOO

Ich habe heute auf meinem persönlichen Blog einen Artikel über die Dating-Apps TINDER und LOVOO veröffentlicht.
Mit Hilfe von Fake-Accounts testete ich die Plattformen auf ihre Fake-Sicherheit. Mit erschreckendem Ergebnis!

Aber lest selbst:

Die falsche Sicherheit 

 

Heute in einer Woche!

Am 19. Oktober 2015 erscheint mein Sachbuch zum Thema „Realfakes“.
Mehr Informationen dazu findet Ihr hier.

Ich möchte allen Betroffenen (und auch Fakes), die mir ihr Vertrauen geschenkt und mich angeschrieben haben, an dieser Stelle danken. Eure persönlichen Realfake-Erlebnisse haben dieses Buch erst möglich gemacht, denn nur durch Eure Erzählungen konnte ich einzigartige Informationen zusammentragen, die im Sachteil des Buches Erwähnung finden.
Vielen, vielen Dank!
cover

Ich brauche Eure Hilfe!

Ihr Lieben!

Heute richte ich mich an alle Betroffenen, die mich in den letzten Jahren angeschrieben haben.
Ich weiß, dass viele von Euch sich furchtbar für das schämen, was Ihnen passiert ist. Ich persönlich finde, dass es dafür keinen Grund gibt. Warum, könnt Ihr hier nochmal nachlesen: Worte an Betroffene.

Am 19. Oktober 2015 erscheint mein Sachbuch „Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde – Das Phänomen Realfakes“ bei BLANVALET (mehr Informationen dazu poste ich hier in den nächsten Tagen).
Im Rahmen dessen werde ich immer wieder von Redakteuren kontaktiert, die über die Thematik berichten möchten.
Häufig fragen sie mich, ob ich Kontakt zu anderen Betroffenen habe, die bereit wären, mit ihnen über ihre persönlichen Fake-Erlebnisse zu sprechen – natürlich gerne auch anonym.
Jeder einzelne Artikel ist wichtig, denn er trägt zur Aufklärung und Prävention bei!
Darum bitte ich Euch sehr: Fasst Euch ein Herz und kontaktiert mich, wenn Ihr euch vorstellen könnt, mir in der Hinsicht zu helfen. Wir sind so viele, aber immer wird nur über meine Story berichtet. Das finde ich schade.
Wenn Ihr anonym bleiben könnt, dann habt Ihr doch nichts zu verlieren. Und keine Angst: Ich werfe Euch nicht gnadenlos ins „Medien-Haifischbecken“.
Ich würde jede Presseanfrage vorher genau mit Euch besprechen und den Kontakt erst dann herstellen, wenn Ihr Euch ganz sicher seid.

Ich brauche Euch!
Und ich zähle auf Euch!

Victoria

Die Scammer-Checkliste

Eigentlich hatte ich beschlossen, mich dem Thema „Scamming“ auf dieser Seite nur ganz am Rande zu widmen. Zur Erinnerung, Scammer sind kriminell motivierte, männliche oder weibliche Fakes, die ein ganz klares Ziel verfolgen: Die eigene finanzielle Bereicherung. Die Frage nach dem „Warum?“, ist damit leicht beantwortet. Die Folgen für die Betroffenen sind schlimm: Zu dem emotionalen Kummer kommt noch der materielle Schaden.

Nun erhalte ich in den letzten Wochen vermehrt Zuschriften von Frauen, die mir erzählen, sie hätten auf Facebook oder einer beliebigen Dating-Plattform (das betrifft auch kostenpflichtige) einen sehr lieben Mann kennengelernt. Er habe sie angeschrieben, sie stünden nun in stetigem Kontakt. Es handele sich um einen Witwer mit Kind, der sehr einsam sei und sage, er habe in ihnen seine Traumfrau gefunden. Auch sie wären drauf und dran, sich unsterblich zu verlieben. Zufällig seien sie nun aber auf www.realfakes.net gestoßen und wären jetzt ein wenig beunruhigt. Ich solle doch bitte die Situation einschätzen …
Ich gestehe, oft muss ich nur die ersten beiden Sätze lesen und bin im Bilde, denn Scammer bedienen sich fast immer quasi identischer Geschichten und Vorgehensweisen. Manche lassen sich mehr Zeit, schreiben monatelang mit ihren Opfern und bitten erst um Geld, wenn sie das volle Vertrauen erlangt haben, andere kommen schon nach zwei Tagen „zur Sache“.

Ich habe hier mal eine kleine Checkliste vorbereitet. Es macht Sinn, sie durchzugehen und die einzelnen Punkte ehrlich zu beantworten:

1. Ist deine Internetbekanntschaft Witwer und/oder allein erziehender Vater?

2. Zeigen seine Fotos Motive wie diese:
a) Einen seriös wirkenden Mann, gerne in Anzug oder Uniform?
b) Ihn und sein Kind?
c) Seine verstorbene Frau?
d) Ihn in wunderschönen Urlaubsszenarien (am Strand, im Restaurant, am Pool etc.)?
e) Ihn auf einem Schiff/einer Baustelle/neben einem Armeehubschrauber?
f) Ihn im Kampfeinsatz, inmitten anderer Soldaten, neben US-Flaggen etc.?

3. Lebt er eigentlich in England/USA/Australien, arbeitet aber zur Zeit auf einem Schiff/einer Bohrinsel/bei der Armee oder an einem beliebigen Projekt im fernen Ausland?

4. Hat er einen sehr verantwortungsvollen Posten, zum Beispiel als Kaufmann, Unternehmer, Wissenschaftler oder hat er eine geheime, wichtige Funktion bei der Armee?

5. Schreibt er auf Englisch oder in schlechtem Deutsch, das wirkt, als habe er seine Mails durch ein Übersetzungsprogramm geschickt?

6. Wurde er schnell sehr emotional in seinen Mails?

7. Ist er enttäuscht von der Frauenwelt, aber schreibt, er habe in dir die Frau seines Lebens gefunden, der er sich so nahe fühlt wie noch keiner zuvor? Nennt er dich Angel, Darling, Hun? Malt er eine gemeinsame Zukunft aus? Will er dich, sobald er zurück in Europa ist, so schnell wie möglich treffen?

8. Kümmert er sich aufopfernd um dich? Schreibt er, ruft an – nur Videoskypen wird zum Problem, weil die Kamera kaputt ist, das Internet Probleme macht oder es ihm in seinem Militäreinsatz verboten ist? Oder habt ihr sogar schon einmal mit Bild geskyped, allerdings funktionierte das Mikrofon nicht, so dass er nur bei laufender Kamera tippen konnte und du ihm dabei zusehen konntest?

9. Hat er dich um Geld gebeten, weil er z.B. eine wichtige Lieferung beim Zoll abholen muss oder seine Überweisungen im Ausland nicht funktionieren?

Ich sage mal so: Sollten zwei bis vier Punkte auf deine Internetbekanntschaft zutreffen, würden bei mir alle Alarmglocken schrillen.
Sind es sogar mehr, DANN VERGISS IHN GANZ SCHNELL! BLOCKE IHN! REAGIERE NICHT MEHR! UND VOR ALLEM: ÜBERWEISE GENERELL NIEMALS GELD!
Der Mensch hinter dem Fakeprofil kommuniziert nicht mit dir, weil er dich nur veralbern oder Macht ausüben will, er hat auch definitiv keine echten Gefühle für dich. Er will an dein Geld. Fertig. Punkt. Aus.

Natürlich kann ich keine Garantie für die hundertprozentige Richtigkeit dieser Checkliste geben. Sie basiert auf dem, was mir von Betroffenen berichtet wurde und was ich recherchiert habe. Vielleicht hat genau DEIN Internetfreund wirklich allerbeste Absichten und erzählt dir die Wahrheit. Er wäre dann allerdings das lebende Scammer-Vorbild.

Es ist immer unschön, Menschen ihrer Träume zu berauben. Darum hoffe ich, dass Scammer (das Gleiche gilt natürlich auch für RealFakes) irgendwann keine Chance mehr bei Opfern haben, weil die Aufklärung so weit vorangeschritten ist, dass niemand mehr auf sie hereinfällt! Darum: Sprecht darüber, verurteilt die Opfer nicht, habt Verständnis, passt auf euch auf – und genießt das Leben.

Viele liebe Grüße,
Victoria

P.S. Im Internet finden sich diverse Seiten über Scamming, hier z.B. die der Polizeilichen Kriminalprävention.

Videoskypen

Eine Ergänzung zum Thema „Videoskypen“:
Das Skypen mit einer eingeschalteten Cam gilt für die meisten Menschen als Beweis für die physische Echtheit einer Person. Allerdings reicht es hier nicht aus, mit eingeschalteter Kamera nur zu tippen und von Zeit zu Zeit freundlich in die Kamera zu lächeln. Sprecht miteinander!
Es kommt immer häufiger vor, dass Fakes geklaute Videos mit skypenden Männern oder Frauen benutzen, die sie mit einem kleinen, kostenlosen Hilfsprogramm ganz leicht über die Webcam einspielen können. Das Gegenüber denkt dann, es sähe ein Livebild, in Wirklichkeit handelt es sich um ein Filmchen. Lasst euch nicht mit angeblichen Ton- oder Bildproblemen abspeisen. Kommuniziert aktiv!

Wichtig auch:
• Schaltet eure Kamera nur ein, wenn der andere dies auch tut.
• Tut vor laufender Kamera nichts, was Video- oder Bildmaterial liefert, mit dem man euch nachher erpressen könnte.
• Klebt eure Kamera zur Sicherheit ab, wenn ihr sie nicht benutzt. Vielleicht übervorsichtig, aber Cams können gehackt werden. Und wer lässt sich schon gerne beobachten, ohne davon zu wissen?

Mails von Fakes

Neuerdings beobachte ich einen Trend:
Menschen schreiben mich über die realfakes-Seite bei Facebook an und bitten mich, einen bestimmten Account dort auf Echtheit zu überprüfen. Bevor ich irgendetwas anderes tue, sehe ich mir natürlich die Seite des Fragenden an – und meist genügt ein Blick auf das schlecht zusammengezimmerte Profil, um zu sehen, dass es sich auch dabei schon um einen Fakeaccount handelt.
Nun lassen sich also Fakes von mir ihre anderen Fakeprofile checken, um zu sehen, wie echt die wirken? Also bitte … Vergesst es, Fakes. Statt eure Energie darauf zu verschwenden, Mitmenschen mit falschen Accounts hinters Licht zu führen, denkt lieber über euer reales Leben nach. Und wie ihr es schaffen könnt, ihr selbst zu sein.